„Eine Überlebensfrage für uns alle“ - Am 7. Juli wird der Ulli-Thiel-Friedenspreis verliehen
- 06.07.2023 -
Karlsruhe, (06.07.2023). Mit vielen kreativen Ideen für ein friedliches Miteinander haben sich Kinder und Jugendliche an einem Wettbewerb für Schulen in Baden-Württemberg beteiligt. Die diesjährigen Gewinner des Ulli-Thiel-Friedenspreises werden am Freitag, 7. Juli, im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe ausgezeichnet. Gleich mehrere der eingereichten Wettbewerbsbeiträge in diesem Jahr waren musikalischer Natur.
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„Frieden schaffen – das ist drängender denn je, beginnt früher denn je und es fängt bei uns an“, erklärt Landesbischöfin Heike Springhart, die zur Verleihung ein Grußwort sprechen wird. „Die Projekte der Schülerinnen und Schüler zeigen eindrücklich, dass Frieden nicht irgendein Thema ist, sondern eine Überlebensfrage für uns alle. Damit tragen sie die Leidenschaft von Ulli Thiel weiter. Die Evangelische Landeskirche in Baden freut sich, dieses Engagement für Frieden mit dem Ulli-Thiel-Preis zu ehren!“
Der Wettbewerb wurde im Schuljahr 2022/23 zum vierten Mal ausgeschrieben. Er richtet sich an Einzelpersonen, Klassen, Arbeitsgruppen und Schulen in allen Alters- und Klassenstufen. Die Wettbewerbsbeiträge kamen aus allen Schulformen, von Grundschule über Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren und Realschule bis zum Gymnasium.
Mit einem großen Friedensprojekt bewarben sich beispielsweise die Schülerinnen und Schüler des Martin-Schleyer-Gymnasiums in Lauda-Königshofen für den Friedenspreis. Unter dem Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ stellten die Jugendlichen der beiden Religionskurse zehn einzelne Friedensprojekte auf die Beine, die sie am Ende bei einer großen Ausstellung in der Schulaula und im Sportstadium der Öffentlichkeit präsentierten. Von einem Animationsfilm mit Legofiguren über Kunstwerke, einem Projektchor bis hin zu einer Aktion im Sportstadium in Lauda, bei der mehr als 120 Teilnehmende gemeinsam mit Kerzenlichtern in der Hand ein Peace-Zeichen bildeten, reichten die Ideen, sich für ein friedliches Miteinander einzusetzen.
Die Comeniusschule in Königsbach-Stein bewarb sich mit einem Film, der sich mit den Themen Streit und Alltagsrassismus auseinandergesetzt hat. Die Schülerinnen und Schüler der Rudolf-Leski-Schule in Tübingen haben über mehrere Wochen Bilder fotografiert, inszeniert, gemalt und gezeichnet, um dem Thema „Frieden schaffen ohne Waffen“ auf den Grund zu gehen. Im Hans-Furler-Gymnasium in Oberkirch hat sich eine evangelische Religionsklasse in mehreren Teams unter anderem mit der Frage beschäftigt, wie man während und nach dem Krieg den Frieden fördern kann.
Dieses Mal werden auch gleich mehrere musikalische Beiträge mit einem Preis ausgezeichnet. So beispielsweise der Beitrag der 11. Klasse des Französisch-Kurses des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Tuttlingen. Der Kurs hat ein französisch-deutsches Lied zum Thema „Grenzen überwinden“ geschrieben und ein Video dazu gedreht, das während der Preisverleihung auch präsentiert wird. Auch aus dem Schlossgymnasium Künzelsau haben drei Schüler ein selbstgeschriebenes Lied als Wettbewerbsbeitrag eingereicht.
Von allen Einsendungen wurden zehn Beiträge ausgewählt, die am Freitag bis zu 500 Euro Preisgeld erhalten werden.
Getragen wird der Friedenspreis von der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (Landesverband Baden-Württemberg), pax christi in Baden-Württemberg und pax an! e.V.- Werkstatt für Pazifismus, Friedenspädagogik und Völkerverständigung.
Der Namensgeber Ulli Thiel (1943 – 2014) war Sonderschullehrer in Karlsruhe und bis zu seinem Tod 2014 Mitglied der GEW Baden-Württemberg. Er engagierte sich auch in der landeskirchlichen Friedensarbeit, war in der Friedensbewegung aktiv und schuf das bekannte Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“. Thiel war auch Ideengeber der Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm 1983, der größten Aktion der Friedensbewegung in Deutschland mit 400.000 Menschen.